Gemeinde Oberhausen

Entscheidung über die Gestaltung des Dorfplatztes gefallen

In seiner öffentlichen Sondersitzung am 14.07.2020 hat der Gemeinderat über die drei Entwürfe zur Gestaltung des künftigen Dorfplatzes am Rathaus befunden und eine Entscheidung getroffen:

 

Mit dem Bezug des neuen Kinderhauses in der Ortsmitte von Oberhausen wurden die bisher hiefür genutzten Räumlichkeiten im Rathaus frei. Im Rathaus sollen zukünftig ein Friseur und ein Café im Erdgeschoss, die Gemeindeverwaltung im Obergeschoss und ein Bürgersaal im Dachgeschoss untergebracht werden. Alle öffentlichen Nutzungen werden zukünftig barrierefrei erschlossen werden. Derzeit laufen die Planungen, mit dem Bau soll in 2020 begonnen werden. Auch der Spielbereich südlich des Rathauses wird nicht mehr genutzt und kann in Zusammenhang mit der Bahnhofstraße, deren Einmündungsbereich in die Dorfstraße und dem Parkplatz nördlich des Rathauses überplant werden. Im Rahmen dieser Planungswerkstatt sollte ein Vorschlag für die Neugestaltung der Verkehrs- und Freianlagen erarbeitet werden. Ziel der Neugestaltung ist es, inmitten der stark frequentierten Gebäude einen Dorfplatz als gemeinsamen Mittelpunkt und Treffpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. Das umgenutzte Rathaus soll hierbei selbstverständlich und barrierefrei in die Freiflächengestaltung mit einbezogen werden. In diesem Zusammenhang soll der Verkehr auf der Bahnhofstraße im Bereich Dorfplatz umgestaltet werden, so dass eine Aufenthaltsqualität entsteht und Gefahren im Straßenverkehr minimiert werden.

 

Zur Planungswerkstatt / Planwettbewerb wurden drei Planungsbüros eingeladen,

  • - Vogl + Kloyer Landschaftsarchitekten, Weilheim i. Obb,
  • - Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockshorn,
  • - die-grille Landschaftsarchitekten, Harry Dobrzanski, Penzberg,

die in einer Zwischenpräsentation ihre Erstentwürfe am 23.06.2020 vorstellten und im Anschluss mit der anwesenden Bürgerschaft und den Mitgliedern des Bewertungsgremiums diskutierten.


In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 14.07.2020 stellte nun Frau Urbaniak von AKFU-Architekten alle Endergebnisse vor und leitete die Diskussionsrunde innerhalb des Bewertungsgremiums.

Das Bewertungsgremium setzte sich wie folgt zusammen:

 

Stimmberechtigt:

  • - Gesamter Gemeinderat
  • - Referentin Julia Jelen, Architektin, Regierung von Oberbayern / Städtebauförderung

 

Beratend:

  • Horst Nadler, Kreisbaumeister Landkreis Weilheim-Schongau
  • Florian Dilg, Zwingel Dilg Architekten, München

 

Verfahrensbetreuung:

Sandra Urbaniak, AKFU Architekten und Stadtplaner, Germering

 

Es begann eine intensive Diskussion, in der Qualitäten und Mängel der einzelnen Beiträge herausgearbeitet wurden. Die Beurteilungskriterien waren hierbei wie in der Aufgabenbeschreibung formuliert:

  • -Programmerfüllung
  • -Räumliche Qualität
  • -Gestaltqualität
  • -Funktionalität
  • -Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Realisierbarkeit.

 

Vogl + Kloyer Landschaftsarchitekten, Weilheim i.Obb:

Der Vorschlag einer barrierefreien Zone zum südlichen Eingang des Rathauses wird sehr positiv

beurteilt. Auch die Pergola mit Wartebereich, Informationsvitrinen und Sitzmöglichkeiten ist gut

vorstellbar. Die Idee des Stufenbandes kann nachvollzogen werden, wird aber kontrovers diskutiert.

Insgesamt wird die vorgeschlagene Gestaltung auch aufgrund des hohen Versiegelungsgrades in der

überwiegenden Empfindung der Jury als zu wenig dörflich und auf den Ort bezogen beurteilt.

 

Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn:

Die Gestaltung des neuen Dorfplatzes korrespondiert wie selbstverständlich mit dem Rathausgebäude.

Baumhain und Linde betonen die frei sichtbare Giebelfassade. Gut vorstellbar ist die

Baumüberstellte wassergebundene Fläche. Brunnen, Infovitrinen und Buswartedach werden als

richtig positioniert, aber zu massiv erachtet. Überwiegende Ablehnung erfahren der

Maibaumstandort vor der Bäckerei und das vorgeschlagene Podest mit drei Stufen zur südlichen

Eingangsfassade des Rathauses.

 

die-grille Landschaftsarchitekten, Penzberg:

Die vom „Dorf“ abgeleitete Aufteilung des Platzes in mit verschiedenen Materialien belegte Felder

wie Granitpflaster, wassergebundene Decke, Rasenfugenpflaster, Wiese wird als dem Ort angemessen

beurteilt und für gut befunden. Die Aufenthaltsqualität in den verschiedenen Zonen wie auf der

Bank am Feuerwehrhaus oder auf den Bänken bei der Dorflinde wird als hoch erachtet. Auch der

hohe Grünanteil durch Rasenflächen und die Baumneupflanzungen wird begrüßt. Der barrierefreie

Zugangsbereich zur den Eingängen im Süden des Rathauses ist praktikabel. Schwer vorstellbar ist das

vorgeschlagene Holzpodest mit Pergola, Vitrinen und Glasdach um die Dorflinde. Massivität, Erstellungs-

und Unterhaltsaufwand erscheinen zu hoch. Befürchtet wird, dass diese Metall-Holzpergola

mit seiner Ausdehnung nach Norden neben dem ortsbildprägenden Rathausgebäude als zu

dominant wirken wird. Auch der vorgeschlagene Hain mit Ziervogelkirchbäumen sollte reduziert

werden. Der Denkanstoß, eine Querung über die Dorfstraße einzuplanen, wird begrüßt und könnte in

ein Gesamtkonzept für die Dorfstraße einfließen. Anrampungen, Radien und der Vorbereich der

Feuerwehr sollten mit den örtlichen Akteuren abgestimmt werden.

 

Sodann beann die Diskussion um die Rangfolge der drei Beiträge. Die Rangfolge wurde nach

intensiver, vergleichender und abwägender Wertung wie folgt beschlossen:

 

1. Rang, die-grille Landschaftsarchitekten, Penzberg

2. Rang, Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn

3. Rang, Vogl + Kloyer Landschaftsarchitekten, Weilheim

 

Das Bewertungsgremium ist sich einig, dass der mit dem ersten Rang prämierte Entwurf in Bezug

auf die in der Beurteilung genannten Aspekte überarbeitet und sowohl mit dem Gemeinderat wie

mit der Förderstelle bei der Regierung von Oberbayern abgestimmt werden muss.

 

Text: Feistl

 

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