Gemeinde Oberhausen

Wasser ist knappes Gut in Oberhausen

Landratsamt untersagt Erhöhung der Entnahmemenge

 

Die Anträge der Gemeinde Oberhausen, mehr Wasser aus dem Trinkwasserschutzgebiet zu entnehmen und dieses auszuweiten wurden Ende September vom Landratsamt Weilheim-Schongau abgelehnt. Die Brunnenanlage in der sogenannten Seewiese in der Gemarkung Oberhausen dient ausschließlich der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Oberhausen.

 

Der Wasserbeschaffungsverband Oberhausen, der bis Jahresbeginn für die Kommune die Wasserversorgung übernommen hatte, hat schon im März 2019 die Änderung der Bewilligung und die Anpassung des Wasserschutzgebietes beantragt. Ziel war die Erhöhung der erlaubten Wasserentnahmemenge von 120.000 m³ auf 170.000 m³. Mit dem Übergang der Aktivitäten des Wasserbeschaffungsverbandes auf die Gemeinde ist diese nun selbst verpflichtet, Einrichtungen zur Versorgung mit Trinkwasser herzustellen und zu unterhalten.


Zu den Anträgen Oberhausens wurde von der unteren Wasserrechtsbehörde ein förmliches Verwaltungsverfahren in die Wege geleitet. Dabei gingen Einwände von verschiedenen Naturschutzverbänden und Naturschutzbehörden ein.

 

Der Arbeitskreis „Heimische Orchideen Bayern e.V.“ legte Widerspruch ein, da er weitere Vegetationsschäden durch die erhöhte Wasserentnahme befürchtet.

 

Der „Bund Naturschutz“ befürchtet eine erhebliche flächenhafte Ausdehnung der Trockenheitsschäden im Streuwiesenkomplex und entlang des Hungerbaches., der Bestandteil des FFH-Gebietes „Grasleitner Moorlandschaft“ (Fauna-Flora-Habitat) ist.

 

Die „Untere Naturschutzbehörde“ wies im Umfeld des Brunnens weitreichende Austrocknungserscheinungen bis hin zu massiven Bodensenkungen nach.

 

Die „Höhere Naturschutzbehörde“ stellte bereits Schäden in den Kalkflachmooren und Pfeiffengrasstreuwiesen fest.

 

Die beantragte Erhöhung der Wasserentnahmemenge wurde nun per Bescheid abgelehnt, weil naturschutzfachliche Belange dagegensprechen und die Wasserversorgung durch die bereits erlaubte Entnahmemenge und dem Zukauf von der Gemeinde Huglfing, mit der dazu bereits ein Vertrag besteht, sichergestellt sei.

 

Ein Grundwassermonitoring wird als nicht sinnvoll erachtet. Es seien ausgedehnte Alternativprüfungen zu erfolgen. Zu prüfen sind alternative Standorte ebenso wie eventuelle Verbünde mit beispielswiese Huglfing oder auch Peißenberg.

 

Die Entscheidung, den Oberhauser Antrag abzulehnen, sei verhältnismäßig. Die bisherige Entnahmemenge ist mit dem Zukauf aus Huglfing vorerst ausreichend, den Grundwasserbedarf der Gemeinde Oberhausen weiterhin abzudecken.

 

Das Interesse der Allgemeinheit an der Erhaltung der Schutzgüter eines FFH-Gebietes sei höher zu bewerten, als das Interesse an einer erhöhten Grundwasserentnahme, wenn diese auch auf anderem Wege sichergestellt werden kann.

 

In Oberhausen wird man sich somit auf die Suche nach neuen Quellen aufmachen müssen. Nichtdestotrotz muss die bestehende Anlage natürlich instand gehalten werden. Die Wasserqualitätsprüfungen sind davon nicht ausgenommen.

 

Die Gemeinde Oberhausen behält sich zunächst vor, gegen den Bescheid des Landratsamtes Widerspruch am Bayerischen Verwaltungsgericht in München einzulegen.   so

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